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Paschtunen

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Haarschneidekommando der TalibanHaarschneidekommando der Taliban

Paschtunen, ein Volk im südöstlichen Afghanistan und im nordöstlichen Pakistan. Sie werden auch als Pushtun, Pakhtun, Pathane (in Hindustani) oder Afghanen (in Persisch) bezeichnet. Die Mehrheit der Bevölkerung Afghanistans sind Paschtunen. Ihre Zahl wurde vor den Bürgerkriegen auf etwa 25 Millionen geschätzt. Die Paschtunen führen ihre Herkunft auf einen gemeinsamen Vorfahren aus dem heutigen Afghanistan zurück.

Die Paschtunen sind überwiegend sunnitische Muslime. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie durch Getreideanbau und die Haltung von Vieh und Geflügel. Die Sprache der Paschtunen, Paschtu, hat zwei Hauptdialekte.

Die Volksgruppe der Paschtunen besteht aus mehr als 50 Stämmen, die sich wiederum in Unterstämme, Clans und Subclans aufteilen. Die Stammesführer besitzen eingeschränkte Macht. Wichtige Angelegenheiten werden durch den Ältestenrat, die Jirga, geregelt.

Die Grundprinzipien der Gesetze der Paschtunen sind Gastfreundschaft, Vendetta (Blutrache) und das Recht auf Asyl. Gründe für Stammesfehden, die zur Vendetta führen, sind Streitigkeiten um Frauen, Gold und Land. Sie können zwischen Familien, aber auch zwischen den Clans ausgetragen, ja sogar vererbt werden, bis diese Feindseligkeiten bei Stammeszusammenkünften beigelegt werden.

Im 19. Jahrhundert gehörten die Gebiete der Paschtunen zu Britisch-Indien und wurden in Selbstverwaltung regiert. Auch im unabhängigen Pakistan gelten weitgehende Autonomievereinbarungen für die Paschtunen. In Afghanistan wurden diese Regelungen von den Paschtunen nicht akzeptiert. Sie forderten die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia. Im afghanischen Bürgerkrieg wurde die Taliban-Miliz, die sich ausschließlich aus sunnitischen Paschtunen rekrutierte, von 1996 bis 2001 zum wichtigsten politischen und militärischen Faktor. Traditionell hatten die Paschtunen in Afghanistan die politische Macht innegehabt. Im Afghanistan-Krieg gegen die sowjetischen Truppen schwächte sich der Einfluss der Paschtunen allerdings ab, weil sie sich politisch aufsplitterten. Den Krieg finanzieren sie dabei fast ausschließlich durch den Handel mit Heroin, dessen weltweit größter Produzent Afghanistan ist.

Siehe auch Afridi

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