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Windows Live® Suchergebnisse Raúl AlfonsínEnzyklopädieartikel
Raúl Alfonsín (*1926), argentinischer Jurist und Politiker, Staatspräsident von Argentinien (1983-1989). Raúl Alfonsín Foulkes wurde am 12. März 1926 in Chascomús (Provinz Buenos Aires) geboren. 1950 schloss er sein Jurastudium an der Universität von La Plata ab. Bereits 1945 war er der Unión Cívica Radical (UCR, Radikale Bürgerunion) beigetreten. 1952 wurde er erstmals für seine Partei ins Parlament der Provinz Buenos Aires gewählt, und von 1963 bis 1966 und erneut von 1973 bis zum Militärputsch und der Auflösung des Parlaments 1976 vertrat er sie im Bundesparlament. 1973 hatte er sich ein erstes Mal um die Kandidatur der UCR für die Präsidentschaft beworben, jedoch ohne Erfolg. Schon zu Beginn der siebziger Jahre hatte er die Führung der innerparteilichen Fraktion Renovación y Cambio (Erneuerung und Wechsel) übernommen, die sich auf den früheren Radikalismus der Partei besann und die Nähe der internationalen Sozialdemokratie suchte. In den Jahren der Militärdiktatur galt Alfonsíns Engagement vor allem dem Kampf gegen die schweren Menschenrechtsverletzungen des Militärregimes, der sich u. a. in dem Buch La cuestión Argentina (1981) und in der Gründung der Asamblea Permanente por lo Derechos Humanos (Ständige Versammlung für die Menschenrechte) niederschlug. Die argentinische Niederlage im Falklandkrieg 1982 leitete den Niedergang der Militärregierung und die Rückkehr zur Demokratie ein. Im Oktober 1983 fanden die ersten freien und demokratischen Präsidentenwahlen seit dem Ende der Militärdiktatur statt; Alfonsín, unterdessen Vorsitzender der UCR, gewann sie mit deutlicher Mehrheit. Er war der erste UCR-Kandidat, der sich in einer Präsidentenwahl gegen einen Peronisten durchsetzen konnte. Als Präsident bemühte sich Alfonsín vor allem um die Wiederherstellung stabiler, demokratischer Verhältnisse. Im Zentrum stand dabei die Eindämmung der Macht des Militärs sowie die Aufklärung der während der Militärdiktatur begangenen Menschenrechtsverletzungen und die juristische Verfolgung der Verantwortlichen. Die schwere Wirtschaftskrise, verbunden mit enormen Auslandsschulden, konnte er allerdings trotz rigider Sparpolitik nicht beheben. In der Außenpolitik gelang es ihm, den Grenzstreit mit Chile beizulegen, und er nahm Verhandlungen mit Großbritannien über die Zukunft der Falkland-Inseln auf. Bei den Präsidentenwahlen 1989 unterlag der UCR-Kandidat dem Peronisten Carlos Saúl Menem; angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage trat Alfonsín fünf Monate vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit am 8. Juli 1989 zurück und überließ das Präsidentenamt vorzeitig seinem gewählten Nachfolger. In den späten neunziger Jahren engagierte sich Alfonsín im Oppositionsbündnis Alianza, in dem die UCR die führende Rolle innehatte und das die Ablösung der Peronisten in der Regierungsverantwortung anstrebte. Er unterstützte den Alianza-Kandidaten Fernando de la Rúa bei den Präsidentschaftswahlen von 1999, trug allerdings im Dezember 2001 auch zu dessen Rücktritt bei, da er, bis November 2001 Vorsitzender der UCR, de la Rúa nach und nach den Rückhalt entzog. Nach de la Rúas Rücktritt veranlasste er die UCR dazu, den Peronisten Eduardo Duhalde als Übergangspräsident zu akzeptieren. Im Juni 2002 trat er aus dem argentinischen Senat, in den er erst im Oktober 2001 gewählt worden war, zurück; als Begründung führte er die Diskreditierung seiner Ideen – Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit – durch die eigene Partei an.
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