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Palästinenser

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Palästinensisches FlüchtlingslagerPalästinensisches Flüchtlingslager

Palästinenser, Eigenbezeichnung der arabischen Bevölkerung der Region Palästina sowie der nach der Staatsgründung Israels 1948 aus der Region vertriebenen oder geflüchteten arabischen Einwohner Palästinas und deren Nachkommen.

Die Bewohner der historischen Region Palästina wurden im Zuge der arabisch-islamischen Eroberungswelle ab dem 7. Jahrhundert weitgehend arabisiert. Der Anspruch zweier Völker mit widersprüchlicher religiöser und kultureller Tradition, der Juden und der Palästinenser, auf ein und dasselbe Gebiet führte verstärkt zu Konflikten, nachdem die Briten 1922 die Mandatsherrschaft über Palästina übernommen hatten.

Bis 1948 wanderten mit Einwilligung der Engländer annähernd 500 000 europäische Juden ein, so dass die Palästinenser sich zunehmend bedrängt fühlten. Gleichwohl stand der nunmehr auf 600 000 Siedler angewachsenen jüdischen Bevölkerung 1948 noch eine doppelt so hohe Zahl palästinensischer Araber gegenüber. Letztere lehnten eine von den Vereinten Nationen vorgeschlagene Teilung des Gebiets in einen palästinensischen und einen jüdischen Staat ab, da sie Israel nach der Niederlegung des britischen Mandats mit Hilfe ihrer arabischen Nachbarn zu besiegen hofften. Gegen alle Erwartung konnte Israel jedoch im 1. Nahostkrieg von 1948/49 sein Terrain über die von der UNO vorgesehene Grenze hinaus ausweiten und vertrieb über 700 000 Palästinenser, die in den von Ägypten annektierten Gazastreifen, das von Jordanien okkupierte Westjordanland (West Bank) oder in arabische Nachbarländer flohen. Eine zweite Vertreibungswelle folgte, als Israel 1967 auch die Restgebiete Palästinas eroberte. Die verbleibenden Araber wurden enteignet und permanenten Diskriminierungen ausgesetzt.

Bereits 1964 hatte die Arabische Liga die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) gegründet und als einzige legitime Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt. Hatte die PLO zunächst vor allem die Unzufriedenheit der zumeist in Lagern lebenden Palästinenser auffangen sollen, so entwickelte sie sich ab 1967 zum Sammelbecken und Instrument der verschiedensten palästinensischen Guerillagruppen. In den folgenden Jahrzehnten wandelte sich die PLO von einer Terrorgruppe zum wichtigsten diplomatischen Verhandlungspartner Israels in der Palästinafrage. Dagegen zeichnen fundamentalistische Gruppen wie die Hamas im Zuge der Intifada, einer seit 1987 anhaltenden, von weiten Teilen der Palästinenser im Gazastreifen und der West Bank getragenen Aufstandsbewegung, verstärkt für Anschläge verantwortlich. Letztere bedrohen, ebenso wie Attentate jüdischer Fundamentalisten, den Nahost-Friedensprozess und blockieren die Umsetzung der in den Oslo-Verträgen 1993/95 beschlossenen palästinensischen Teilautonomie im Westjordanland.

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