Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse AbchasenEnzyklopädieartikel
Abchasen, an der Schwarzmeerküste lebendes südkaukasisches Volk; die Bevölkerungszahl in der Autonomen Republik Abchasien in Georgien beträgt etwa 100 000. In den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts wanderten Abchasen in verschiedene Provinzen des Osmanischen Reiches aus. Ihre Nachfahren finden sich heute als Minderheiten im Irak, in Syrien und Jordanien; in der Türkei beträgt ihre Zahl etwa 40 000. Das Abchasische zählt zur westkaukasischen Sprachfamilie; entsprechend den beiden Hauptgruppen werden zwei Dialektformen unterschieden, das Bsib und das Abschui, das als Grundlage für die 1862 in kyrillischen Buchstaben entwickelte Schrift diente; nach mehreren Sprachreformen wird seit 1954 das kyrillische Alphabet verwendet. Vieh- und Bienenzucht sowie die Jagd bildeten die Grundlagen der traditionellen Wirtschaft; in jüngster Zeit sind jedoch Tee- und Tabakanbau zur wichtigsten Einnahmequelle geworden. Im 6. Jahrhundert schlossen sich die Abchasen der orthodoxen Kirche an, unter osmanischem Einfluss konvertierten im 15. und 16. Jahrhundert viele Abchasen zum sunnitischen Islam. Das im 8. Jahrhundert entstandene Königreich der Abchasen geriet im 10. Jahrhundert unter die Herrschaft der Osmanen, die in den folgenden drei Jahrhunderten die Islamisierung der Bevölkerung vorantrieben. Während dieser Zeit vereinigten sich die Abchasen mit den Georgiern, die in der heutigen Republik Abchasien die Bevölkerungsmehrheit stellen. Von 1810 bis 1867 unterstanden sie der Herrschaft des russischen Zaren. In der Sowjetunion hatte die Region den Status einer autonomen Republik innerhalb Georgiens. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion forderten die Abchasen die Unabhängigkeit von Georgien, denn nach 1930 hatte die Zwangsansiedlung von Georgiern auf abchasischem Boden zur Diskriminierung der Abchasen geführt. 1991 wurde die politischen Autonomie der Abchasen durch den georgischen Präsidenten Swiad Gamsachurdia aufgehoben, was einen blutigen Bürgerkrieg auslöste. 1992 erklärten die Abchasen ihre Unabhängigkeit; es gelang ihnen mit russischer Hilfe 1992 den Konflikt militärisch für sich zu entscheiden. Erst nach dem Beitritt Georgiens zur GUS 1993 schlug Russland sich auf die Seite der Georgier. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sprach sich wiederholt gegen die Unabhängigkeit Abchasiens aus, das jedoch auch zu Beginn des Jahres 1998 weiterhin auf seiner Autonomie gegenüber Georgien bestand. Es weigerte sich nach wie vor, die 250 000 georgischen Flüchtlinge des Bürgerkriegs wieder aufzunehmen, da sich damit die Bevölkerungsverhältnisse zuungunsten der Abchasier verschoben hätten.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |