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Windows Live® Suchergebnisse AckergesetzeEnzyklopädieartikel
Ackergesetze, lateinisch leges agrariae, eine Reihe von Erlassen der Römischen Republik, die die territoriale Versorgung der Veteranen aus öffentlichem Grundbesitz, dem ager publicus, zum Ziel hatten. Die Auseinandersetzungen um die Gesetzgebung war Auftakt eines Jahrhunderts nahezu ununterbrochener Bürgerkriege zwischen Optimaten und Popularen und endete erst mit dem Herrschaftsantritt Augustus’. Das Ausgreifen Roms während des ausgehenden 3. und im Verlauf des 2. Jahrhunderts v. Chr. nach Süditalien, Griechenland, Kleinasien und Nordafrika hatte zu immensem territorialen Zuwachs geführt. Zwar war die Möglichkeit privaten Landerwerbs aus diesem Staatsbesitz seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. durch die lex Licinia Sextia (367 v. Chr.) offiziell begrenzt, in Realität erwarben jedoch reiche Patrizier riesige Latifundien aus dem ager publicus. Die aus den Kriegen zurückgekehrten Veteranen blieben weitgehend unversorgt und gesellten sich zum rapide anwachsenden urbanen Proletariat Roms. Tiberius Sempronius Gracchus suchte als Volkstribun des Jahres 133 v. Chr. mit Unterstützung dreier aristokratischer Senatoren, Lucius Crassus Mucianus, Publius Mucius Scaevola und Appius Claudius Pulcher, die Landvergabe im Sinn der alten Gesetzgebung zu korrigieren. Gegen den Widerstand des Senates und seines senatstreuen Amtskollegen Marcus Octavius suchte er seine Initiative vor der Volksversammlung durchzusetzen. Sein Versuch, durch Amtsverlängerung den Erfolg seiner Maßnahmen zu sichern, führte zu blutigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf er getötet wurde. Sein Bruder Gaius Sempronius Gracchus wiederbelebte in seiner zweijährigen Amtszeit als Volkstribun 123/122 v. Chr. die Initiative seines Bruders, scheiterte aber ebenfalls am Widerstand der Senatspartei. Er wurde kurz nach seiner erfolglosen Kandidatur für eine dritte Amtszeit ermordet.
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