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Aijubiden

Enzyklopädieartikel

Aijubiden (auch Aiyubiden, Ayyubiden), muslimische Dynastie, die von 1171 bis 1250 über Ägypten, weite Teile Syriens und Mesopotamiens sowie den Jemen herrschte.

Der eigentliche Dynastiegründer, Salah ad-Din Aijubi ibn Shadi ibn Marwan (Saladin), entstammte einer kurdischen Familie aus Armenien, die sich in den Dienst der Seldschuken gestellt hatte und in der zweiten Generation den Gouverneursposten von Tikrit (Irak) innehatte. Saladins Vater Aijub ibn Shadi, auf den der Dynastiename zurückgeht, und sein Bruder Shirkuh (kurdisch Sherko) spielten unter den seldschukischen Zangiden eine entscheidende Rolle bei der Vereinigung des muslimischen Syrien gegen die Kreuzzugsheere. Nach dem Tod des Onkels wurde Saladin 1169 zum Oberbefehlshaber über die gegen das fatimidische Ägypten kämpfenden Truppen. Obwohl er von den Fatimiden die Investitur als Sultan erhielt, setzte sich Saladin nach dem Tod des Vaters 1171 dafür ein, dass Ägypten dem Abbasiden-Kalifat eingegliedert werde. Daraufhin wurde ihm 1175 vom Kalif das Sultanat über Ägypten, Palästina und Syrien verliehen. Saladin revitalisierte den Jihad, 1187 schlug seine Armee das Kreuzzugsheer bei Hattin, Jerusalem kam nach 80-jähriger Unterbrechung wieder unter muslimische Kontrolle. Damit stiegen die Aijubiden zur wichtigsten muslimischen Dynastie auf.

Auf Saladins Tod 1193 folgte eine Phase der Reorganisation und Konsolidierung. Zudem bemühten sich seine Nachfolger al-Malik al-Adil und al-Malik al-Kamil um einen Ausgleich mit den Franken. Indessen machten der Dynastie die Konflikte zwischen den einzelnen Familienmitgliedern zu schaffen, die als Provinzstatthalter große Autonomie genossen. Die Familien-Konföderation zerbrach endgültig, als in den auf al-Kamils Tod (1238) folgenden Machtkämpfen al-Malik al-Salih die kurdisch-türkischen Verbände entmachtete und stattdessen eine Armee aufstellte, die er aus türkischen Militärsklaven rekrutierte. 1250 bereiteten diese so genannten Mamelucken der Aijubiden-Herrschaft über Ägypten ein Ende. Mit der Eroberung Bagdads (1258) durch die Mongolen verlor die Dynastie auch die Jazira und Syrien und existierte fortan nur noch als lokales Fürstentum.

Wie die Seldschuken verfochten die Aijubiden einen orthodoxen Islam, dem sie durch den Bau von Medresen, aber auch die gezielte Förderung von Sufi-Orden zur Geltung verhalfen.

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