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Windows Live® Suchergebnisse Abd ül-Hamid II.Enzyklopädieartikel
Abd ül-Hamid II. (1842-1918), osmanischer Sultan (1876-1909), Sohn von Abd ül-Medjid I. und Nachfolger seines Bruders Murad V. Abd ül-Hamid unterstützte die 1839 nach westlichem Vorbild eingeführten Reformen. Im Dezember 1876 erließ er die erste schriftliche osmanische Verfassung. Nach der katastrophalen Niederlage im Krieg gegen Russland (1877/78), bei der er im Vertrag von San Stefano 1878 den größten Teil des osmanischen Territoriums in Europa verloren hatte, hob Abd ül-Hamid die Verfassung wieder auf. Er herrschte autokratisch, gestützt auf seine Geheimpolizei, und unterdrückte sämtliche Liberalisierungstendenzen. Er förderte den Panislamismus, sowohl um eine Intervention europäischer Mächte im Osmanischen Reich zu verhindern, als auch um einem Auseinanderbrechen des Reiches entgegenzuwirken. Die Massaker an den Armeniern 1895/96 ließ Abd ül-Hamid trotz heftiger internationaler Proteste geschehen ohne einzugreifen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich gegen seine despotische Herrschaft eine machtvolle revolutionäre Organisation der Jungtürken, die ihn 1908 zwangen, die Verfassung wieder in Kraft zu setzen. 1909 brachte eine Revolte der Armee die Reformkräfte an die Macht; Abd ül-Hamid II. wurde abgesetzt und nach Saloniki verbannt. Nachfolger wurde sein Bruder Mehmed V.
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